Montag, 18. September 2017

Kampfansage

Nach einem interessanten Cocktail von Milch, Ingwer, Kardamom, Petersilie, Zitrone und Kaffee begann ich mich allmählich zu neutralisieren.

Wölkchen der Freude

Statt auszuschlafen, entschied ich mich für notfallmässiges Einkaufen. Es brauchte ein Gegenmittel. Als ich zurück in die Wohnung kam, musste ich erst einmal alle Fenster öffnen, so wie es meine Körperporen in der Nacht taten. Ich bin mir sicher, es lag für mindestens eine Stunde eine Dunstwolke über dem Quartier.

Stahlresistente Geruchsknolle

Das Reiben an den Chromstahlarmaturen der Mietwohnung war leider eine ungenügende Lösung.

Sinnüberschreitung

Heute Morgen wachte ich in einem ohrenbetäubenden Knoblauchdunst auf. Der selbstgemachte Hummus von gestern hatte es in sich.


Samstag, 12. August 2017

Schwitzewelle

Googelt: «Schlafen trotz Hitze» und «wann verschob sich die Schweiz in den Süden?»

Spiritus Sanctus

Ich habe zu tief ins Glas geschaut und in meinem Mund findet wohl gerade eine Beerdigung statt.

Namhafter Irrtum

Manchmal erschrickt man gleich doppelt, wenn man seinen Hausschlüssel in die falsche Tür gesteckt hat. Hallo neuer Nachbar.

A – Ein Gedicht

Apokalypse.
Apokollapse.
A Po-klappse.

Garderkalypse

Mein Kleiderschrank rächt sich mittlerweile täglich dafür, dass ich seit mehr als sechs Jahren kaum mehr Bekleidung kaufte. Jacken zerbröseln und schneien mir auf die Jeans, T-Shirts löchern, als waren sie Zentrum einer Mottenorgie, Nähte reissen unangemeldet an gewagten Stellen, alles Elastische ist verdörrt und Absätze fallen ab. Ob das die Apokalypse ist, von der man manchmal hört?

Alte Rechtschreibung

Es erstaunt mich immer wieder von Neuem, dass früher schriftliches Lispeln offenbar zum guten Ton gehörte.

Geriatrium

Zurück im Heimatland. Es schneit, obwohl bereits alle Pflanzen blühten. Wegen des Umschwungs tut mir alles weh. Und wegen meiner endlosen Abenteuer und Reisen habe ich Mühe, mich zu erinnern, was ich vor einer Woche tat. Demenz. Es scheint, als kam ich zurück in die Schweiz für meinen Lebensabend.

Schlafblog

Der Blog ruhte ein bisschen, der Sommer war einfach zu intensiv. Es folgen nun die Nachträge.

Emiratische Rollen in Chile

Will ich zum Japaner, gibt es nichts naheliegenderes, als nach Dubai zu gehen.

Montag, 22. Mai 2017

Origamisch

Währenddem vor mir aus der Metro ein äusserst tätowierter und muskulös gepolsterter Typ mit elektronischer Fussfessel leichtfüssig ausstieg, musste ich mich zuerst meiner Entfaltung widmen.

Wurstwagen

Warum die Einweiser dauergrinsen, kann ich mir nur mit Schadenfreude an der Charcuterie erklären.

Metrologie

Die Metro ist zu Stosszeiten so vollgestopft, dass es auf dem Perron Einschleuser hat, die sicherstellen, dass die Einwurstung gelingt. Fettspur an der Scheibe garantiert.

Grundriss, Aufriss, Seitenriss

Händewaschen nach dem Pinkeln, scheint in Chile auch bei Damen keine Tradition zu haben. Wichtiger ist es, im Spiegel von allen Seiten zu überprüfen, ob noch jede Rundung am gleichen Ort ist.

Frauchismo

Gestern sass ich mit ein paar Chileninnen meines Alters im Park – wovon eine mir erzählte, dass sie neulich eine Nacht im Gefängnis verbracht hat, weil sie auf der Strasse ihren Freund verprügelte.

Multilinguale Druckwelle

Heute fragte ich mich nach dem Niessen, ob ich mich damit als Gringa geoutet habe. Gibt es beim Niessen einen Akzent, beziehungsweise kann man anderssprachig niessen?

Montag, 1. Mai 2017

Umbaumeln

Zum zweiten Mal einen Baum umarmt und nichts gespürt. Beim dritten Mal klappts bestimmt.


Ruth'sches Kontradikt

Auf dieser Reise freundete ich mich derart mit der Natur an, dass ich eines Tages aufwachte, Pferde sah und sie für schön hielt.

Form follows function

Da das Klima pro Stunde viermal wechselt und man auf dem Zeltplatz wohnt, muss man sowohl in der Winterjacke, im Faserpelz als auch im leichten Jäckchen immer Toilettenpapier mit haben. Trägt man gerade das Sommerkleid, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich die Klorolle um den Bauch zu binden.

Hippotherisch

Eines Tages kam das Huhn an einem derart magischen Ort an, dass es ihn zehn Tage nicht verliess. Es entspannte sich so sehr am Lagerfeuer, dass es einem Hippieleben auf dem Zeltplatz fröhnte. Hängematte, Tanz, Wein, Romanzen, Kräuter, gemeinsames Kochen, gegenseitiges Mandala zeichnen auf die Flügel und Aeroyoga unter Bäumen.


Andere Wurstwaren

Der Zimmergeruch am folgenden Tag veränderte sich insofern, dass fünf andere Personen mit mir den Raum teilten.

Fleisch

Nach der frühmorgendlichen Rückkehr von der Toilette in den Schlafsaal, musste ich feststellen, dass meine Mitmenschen offenbar Salami ausdünsten.